Gemeinsam Jammern?
Und wieder war's ein toller Abend mit den Freundinnen. Viel zusammen gejammert. Fühlt sich irgendwie gut an. Oder nicht?
Ich konnte es nicht mehr hören. Das Gejammer. Besonders meines... Vielleicht kennst du das: Da sitzen Frauen zusammen, die so kraftvoll sein könnten und was tun sie?
Statt gemeinsam groß zu träumen und uns in dem, was wir erschaffen wollen, zu unterstützen, klagen wir uns unser Leid oder das der Welt. Wir unterhalten uns über Dinge, Verhaltensweisen, Menschen, die wir nicht ändern können, statt über die, auf deren Verhalten wir durchaus Einfluss hätten: über uns selbst.
Gemeinsames Jammern schafft Verbindung. Aber....
Warum wir jammern
Kann man machen. Bringt aber nichts. Nein, das stimmt so auch wieder nicht. Es bringt schon etwas. Unser gemeinsames Gejammer schafft Verbindung.
Ein mitleidvolles: "Oja, das kenne ich", macht, dass wir uns gesehen fühlen: "Wenn schon mein Mann mich nicht versteht, meine Freundin sitzt mit mir im Boot". Wir Menschen sind Rudeltiere und wir brauchen das Gefühl der Gemeinsamkeit: "Ich bin nicht allein."
Deshalb können wir ruhig weiter jammern. Wir sollten uns aber bewusst sein, dass es ein Spiel ist. Wenn wir es zu exzessiv betreiben, oder unbewusst in unser Leben hineinlassen, schwächt es uns. Und zwar nicht nur uns selber, sondern auch die Menschen um uns herum.
"Jammern schenkt kein Stück Leben."
– Andrea Lindau
Der Weg zur Selbstwirksamkeit
Beim nächsten Mal, wenn du dich mit deinen Freundinnen triffst, frage dich im Vorfeld:
- Wie möchte ich mich fühlen? Dabei, danach? Und wie beim nächsten Mal, bevor wir uns treffen?
Dann geh zu eurem Treffen wie immer. Setz dich dazu und doch nicht ganz: Nimm dich einmal raus aus dem Spiel und beobachte:
- Was genau passiert hier?
- Was nimmst du wahr?
- Wer jammert viel und wie tut sie das?
- Wer reagiert auf welche Weise?
Besonders spannend wird es, wenn du dich fragst:
- Was hat die Tatsache, dass ich Teil davon bin, mit mir zu tun? Und möchte ich das?
Mit diesen Fragen beginnt deine Selbstwirksamkeit
Denn genau an der Stelle, an der du erkennst, dass du Teil des Geschehens bist, kannst du auch etwas ändern.
Was kannst du jetzt tun? Wenn deine Freundinnen dir wichtig sind, sprich es an: "Ihr Lieben, ich habe unser gemeinsames Jammern lange geliebt. Und ganz ehrlich, es bringt uns irgendwie nicht weiter. Ich bin neugierig, was passiert, wenn wir mal etwas anders machen."
Dann lade sie zu einem Experiment ein:
- Beim nächsten Treffen sind zwei Minuten Jammern für jede vorgesehen. Danach geht es darum, Lösungen zu finden. oder:
- Ab sofort bringt jede von euch zu euren Treffen einen großen Traum mit und ihr schwärmt davon, wie großartig es ist, dass dieser Traum bald Wirklichkeit ist.
Wenn du annimmst, dass du Teil des Geschehens bist, kannst du auch etwas ändern.
Sei du Teil der Lösung. Wie fühlt sich das an?
Wo sind deine Menschen, mit denen du groß träumen und in die Umsetzung gehen kannst?
Zeig deinem Leben, wie kostbar es ist.
Deine Kathrin
#glücküberzweifel #selbstwirksamkeit